Seminare bei der Technischen Akademie Wuppertal e.V., Wuppertal und Altdorf b. Nürnberg


Termine zu den Seminaren bei der TAW finden Sie hier. In das Feld "Suchen" den Begriff "Rieckmann" eingeben.

Verfahrenstechnische Erfahrungsregeln bei der Auslegung von Apparaten und Anlagen - Anwendung von „Daumenregeln“ und Short-cut Methoden


Die Auslegung verfahrenstechnischer Apparate und Anlagen erfolgt im harten Tagesgeschäft der Anlagenbauer und Produzenten häufig nach Erfahrungs- bzw. Daumenregeln. Dies betrifft insbesondere Machbarkeitsstudien, die Vorkalkulationsphase und die Angebotsphase eines Projekts. Hier werden für die Kostenschätzung in kurzer Zeit solide Angaben zu den Leistungskennziffern eines Apparats oder einer Maschine benötigt. Als Beispiele seien die wärmeübertragende Fläche, die Anzahl von Trennstufen einer Rektifikations- oder Extraktionskolonne oder die Dimensionierung und Effizienz von Pumpen und Kompressoren genannt.

An dieser Stelle setzt das Seminar an. Es werden bewährte Daumenregeln und Short-Cut Methoden vorgestellt und es wird die Praxiseignung dieser Methoden bewertet. Das Seminar beginnt mit einer Einführung in die praktische Nutzung der Ähnlichkeitstheorie, gefolgt von der Vorstellung bewährter Methoden zur Schätzung von Investitionskosten. Die einzelnen Erfahrungsregeln werden detailliert vorgestellt und anhand von Beispielen vertieft. Die Seminarteilnehmer erwerben ein arbeitsfähiges Fachwissen zur überschlägigen Auslegung verfahrenstechnischer Apparate und Maschinen.

Teilnehmerkreis
Verfahrenstechniker, Maschinenbauer, Chemieingenieure und Chemiker sowie Meister und Techniker aus allen Bereichen der Industrie, die die Grundlagen der überschlägigen verfahrenstechnischen Dimensionierung erwerben wollen oder ihre Kenntnisse auffrischen wollen.

Seminarinhalt
Daumenregeln für verschiedene Basisgrößen und Einheiten
Dimensionsanalyse und Ähnlichkeitstheorie
Schätzung von Investitionskosten
Strömungsgeschwindigkeiten in Rohrleitungen
Pumpen und Kompressoren
Wärmeübertrager
Rektifikationskolonnen
Rührwerksbehälter

Die Teilnehmer werden gebeten, ein Notebook mit MS-Excel mitzubringen.


Kostenschätzung von verfahrenstechnischen Anlagen - Ermittlung der Investitions- und Produktionskosten in der Vorkalkulationsphase


Ziel des Seminars ist ein intensiver Wissens- und Erfahrungstransfer der aktuellen Methoden der Kostenschätzung zur Ermittlung der Investitions- und Produktionskosten im Anlagenbau und in der chemischen Industrie.

Planung, Entwicklung und Optimierung verfahrenstechnischer Anlagen werden schritthaltend durch Wirtschaftlichkeitsrechnungen begleitet. Prozessvarianten müssen nicht nur anhand technischer Kriterien kritisch bewertet werden, sondern auch anhand ihrer Auswirkung auf die Wirtschaftlichkeit der Produktion. Diese Bewertung sollte bereits in einem frühen Projektstadium erfolgen. Um die Kosten für diese Studien niedrig zu halten, muss man sich bewährter Methoden der Kostenschätzung bedienen.
Die Seminarteilnehmer lernen anhand konkreter Beispiele, welche Werkzeuge ihnen heute zur Lösung dieser Aufgabe zur Verfügung stehen. Die verschiedenen Methoden des Kostenschätzung werden vorgestellt und anhand von Fallstudien erläutert.

Teilnehmerkreis
Verfahrenstechniker, Maschinenbauer, Chemieingenieure und Chemiker sowie Meister und Techniker allen Bereichen der stoff- und energiewandelnden Industrie, die mit der Ermittlung von Investitions- und Produktionskosten zu tun haben.

Seminarinhalt
Einführung
Kernaufgaben der Kostenschätzung
Informationsbeschaffung
Optimales wirtschaftliches Design
Definition wichtiger Fachbegriffe der Kostenschätzung
Kapitalbedarf und Produktionskosten
Fixe Kosten, variable Kosten
Gewinnschwelle bei Kapazitätssenkung und Preisnachlass
Kennzahlen zur Investitionsbewertung
Methoden der Kostenschätzung
Zuschlagskalkulation
Mengengerüst
Schätzgenauigkeit
Projektfortschritt und Genauigkeit
Qualität und Art der notwendigen Dokumente
Kosten der Kostenschätzung
Aufwand und notwendige Informationen
Kostenindices Deutschland, USA
Quellen für Kostendaten
Tabellen und Preiskurven
Degressionskoeffizienten
Software und Internet
Berechnungsmethoden
Fixen Investition
Produktionskosten
Fallstudien
Risikoanalyse mit Hilfe der Monte-Carlo Simulation

Die Teilnehmer werden gebeten, ein Notebook mit MS-Excel mitzubringen.


Auslegung von Wärmeübertragern in der Prozess- und Energietechnik


Basis- und Ausführungsplanung von Wärmeübertragern - Zusammenspiel von prozess- und apparatetechnischer Auslegung - thermische Auslegung - Bauformen von Wärmeübertragern - Sensitivitätsanalyse - Kostenschätzung - Regelwerke und Normen - apparatetechnische Auslegung der Elemente von Wärmeübertragern - Werkstoffauswahl

Das Seminar vermittelt Ingenieuren aus der stoff- und energiewandelnden Industrie einen umfassenden Überblick über Ziele, Anforderungen und Methoden der prozesstechnischen und der apparatetechnischen Auslegung von Wärmeübertragern. Sie lernen, wie in arbeitsteiligen Teams aus Chemieanlagenbau und der Prozesstechnik die komplexe Aufgabenstellung der Auslegung von Wärmeübertragern effektiv gelöst wird.

Bei der Auslegung von Wärmeübertragern sind in der Praxis drei Faktoren entscheidend für die technische Leistung und die Wirtschaftlichkeit:
1) die optimale prozesstechnische Dimensionierung im Spannungsfeld variable Kosten (Druckverlust) vs. fixe Kosten (wärmeübertragende Fläche),
2) angemessen gewählte Foulingwiderstände und
3) der Abgleich zwischen den prozesstechnischen Forderungen und den konstruktiven Möglichkeiten im Rahmen der jeweiligen Regelwerke.

Das Seminar vermittelt Ihnen die hierzu relevanten Inhalte aus den Planungsphasen von der Basisplanung (basic engineering) bis zur Ausführungsplanung (detailed engineering). Die Vorgehensweise und die Methoden werden anhand ausführlicher Beispiele aus der Prozess- und Energietechnik erarbeitet. Dabei werden wichtige Zusammenhänge zwischen prozesstechnischer Dimensionierung und der optimalen apparatetechnischen Lösungen veranschaulicht.

Teilnehmerkreis (m/w)
Verfahrenstechniker, Prozessingenieure, Chemieingenieure, Technische Chemiker und Maschinenbauer aus der stoff- und energiewandelnden Industrie, die mit der thermischen oder konstruktiven Auslegung von Wärmeübertragern betraut sind.

Seminarinhalt
1 Prozesstechnischen Dimensionierung
1.1 Prozesstechnische Grundlagen
Fachliteratur, Informationsquellen und Software
Grundformen des thermischen Energietransports
Wärmeübergang bei freier und erzwungener Konvektion
überströmte und durchströmte Körper
Druckverlust
Ähnlichkeitstheorie und dimensionslose Kennzahlen (Nu, Re, Pr)

1.2 Prozesstechnische Auslegung von Wärmeübertragern
Doppelrohrwärmeübertrager
Rohrbündelwärmeübertrager
Rohrschlangen
Plattenwärmeübertrager
Rührwerksbehälter mit Heizmantel
Verdampfer
Kondensatoren

Rechenübungen zur Dimensionierung:
Rohrbündelwärmeübertrager, Plattenwärmeübertrager
Verdampfer, Kondensatoren,

1.3 Designprozess - Basisplanung
Checklisten und heuristische Regeln
Anwendungsbereiche und Designauswahl
treibendes Potential / Temperaturdifferenzen
Foulingwiderstände
Sensitivitätsanalyse (Monte Carlo Simulation)
Optimierung im Spannungsfeld: variable Kosten vs. fixe Kosten
Spezifikationen für das Apparatedatenblatt

2 Apparatetechnische Auslegung von Wärmeübertragern (Prof. Dr.-Ing. Jörg Richter)
2.1 Der Auslegungsprozess – prozesstechnische Anforderungen und konstruktive Möglichkeiten optimal umsetzen

Abwicklungskonzepte bei Eigenauslegung und Fremdauslegung von Wärmeübertragern
Apparatetechnische Auslegung in der Basisplanung
Apparatetechnische Auslegung in der Ausführungsplanung (detailed engineering)
Regelwerke und Normen (DIN EN 13455, AD 2000, ASME Boiler and Pressure Code, TEMA Standards)
Werkstoffauswahl, prozess-, fertigungstechnische Aspekte
Apparatedatenblätter, Anfrage- und Bestellunterlagen

2.2 Apparateelemente von Wärmeübertragern – Auswahl, Berechnung und Konstruktionshinweise, Fertigung
Mantelelemente, Abschlusselemente (z.B. Böden)
Anschlusselemente (z.B. Stutzen), Trageelemente
Sonderelemente (z.B. Rohre, Einbauten)
Konstruktive Hinweise für Prozesstechnik, MSR,
Betriebs-, Wartungs- und Instandhaltungsanforderungen (Entlüften, Entleeren),
sicherheitsinduzierte Installationen
Fertigung von Wärmeübertragern

Die Teilnehmer werden gebeten, ein Notebook mit MS-Excel mitzubringen.